wand'rin' star #5
wand'rin' star #5
2011, Wandmalerei, Dispersionsfarbe, Bundespräsidialamt Berlin

Texte

Anne Vieth: Wand-, Decken- und Bodenmalereien von Christian F. Kintz, 2011

Christian F. Kintz gelangt in seinen Wand-, Decken- und Bodenmalereien zu einer sehr unmittelbaren Umsetzung ortsspezifischer Strategien. Diese Arbeiten sind nicht nur für einen bestimmten Ort geschaffen und berücksichtigen dessen architektonische wie funktionale Bedingungen, vielmehr kann dieser Werkkomplex deshalb als genuin ortsspezifisch bezeichnet werden, weil die örtlichen Voraussetzungen explizierte konstituierende Elemente der Werke sind. Es ist also kein bloßer Bezug auf die Lichtsituation im Raum, sondern ein unmittelbares Arbeiten mit dem einfallenden Licht. Der Künstler lässt sich ganz und gar auf das Zusammenspiel von architektonischen Strukturen, Licht und Schatten [...] weiterlesen: Vieth 2011

Nana Kintz: wand’rin’ star – Die Wandmalerei von Christian F. Kintz, 2011

In seinen ab 2008 entstandenen Wandarbeiten lässt Christian F. Kintz erstmals explizit äußere Einflüsse in seiner Arbeit zu. Bei seiner intensiven Beschäftigung mit Farbe waren inhaltliche Bezüge zur Umwelt oder zum Zeitgeschehen immer bewusst ausgeschlossen, da der Fokus auf Form und Material lag. Mit wand’rin’ star verknüpft er nun diese Auffassung von Malerei mit dem Einfluss des Sonnenlichts und dessen Bewegung. In den rein ortsspezifischen Projekten wird der Tageslauf der Sonne in einem kurzen Zeitabschnitt bildlich festgehalten. Der Titel verweist auf die heute noch verbreitete irrige Annahme, dass [...] weiterlesen: Kintz 2011

Belinda Grace Gardner: Rede zu "Neue Arbeiten", Kunstempore Sparkasse Stade-Altes Land 2008

Seit einigen Jahren erlebt die Malerei in Deutschland bekanntlich einen regelrechten Boom. Insbesondere die figürliche Spielart der Malerei – Stichwort: Leipziger Schule - erfreut sich großer Beliebtheit auf Messen und bei Sammlern im Ausland. Die Fülle von malenden „Geschichtenerzählern“, die auf den Markt drängen, hat aber auch zu einem Erschöpfungszustand geführt: Etwas ermattet blickt man mittlerweile auf die zigfachen Aufgüsse undurchsichtiger Szenen à la Neo Rauch oder Daniel Richter, wo seltsame Gestalten in mysteriöser Umgebung absurden Geschäften nachgehen.Oder auf Bilder, in denen die zweite Realität unserer flirrenden Medienwelt [...] weiterlesen: Gardener 2008

Bernd Künzig: Polychrome Körper – Zur Malerei von Christian F. Kintz (2008)

Mit dem „Schwarzen Quadrat“, einer monochrom schwarzen Fläche auf weißem Grund, deren obere Kante leicht geneigt ist, erreichte Kasimir Malewitsch als Begründer der suprematistischen Malerei nicht nur einen Höhepunkt der aufkommenden Abstraktion, eine Ikone des gegenstandsfreien Bildes – seine ursprüngliche Hängung ersetzte im traditionellen Herrgottswinkel das Abbild der Göttlichkeit – sondern ebenso eine ikonoklastische Geste, die die Geschichte der Malerei auslöschen sollte, um diese von einem Nullpunkt aus neu zu schreiben. Hier tritt die Malerei als heroische Geste eines neuen gesellschaftlichen Zeitalters in Erscheinung, die auch [...] weiterlesen: Künzig 2008

Dr. Ulrike Schick: Wie köstlich kann doch Farbe sein! Katalog Museum gegenstandsfreier Kunst, Otterndorf 2003

Die Arbeiten von Christian F. Kintz erlauben Farbe sowohl als aufrichtiges Eintelerlebnis wie als sinnliches Raumerlebnis wahrzunehmen. Es sind zwei grundsätzliche Qualitäten, ja fast physische Eigenschaften, die den Bildern inne liegen und deren Erfahren den Betrachter vereinnahmt. Drei verschiedene Formate, die sich nur minimal von einem Quadrat unterscheiden, bergen mehr als 4 Schichten klarer, reiner Farbqualitäten. Immer sind die verwandten Materialien Leinwand und Ölfarbe. Letztere wird jeweils individuell, der Idee des Bildes untergeordnet, angemischt. Der ursprüngliche Malprozess entwickelt sich nicht etwa durch Addition, sondern [...] weiterlesen: Schick 2003

Klaus Mewes: Rede zur Einzelausstellung, Museum gegenstandsfreier Kunst, Otterndorf 2003

Der Künstler setzt also den Farbe bewegenden, schiebenden Rakel an den Bildkanten an und beendet den Zug an den gegenüberliegenden Seiten, so dass sich bei jeder Rakelung ein unregelmäßiger kleiner Farbabdruck und -wulst bildet und sich die jeweiligen Farbschichten einmal klarer, einmal weniger klar auf den mit Leinwand bedeckten Rahmenseiten abzeichnen. Die so entstandene Informalität der Bildkantenränder korrespondiert mit einer zwar stark zurückgenommenen, aber für das aufmerksame Auge durchaus wahrnehmbaren Informalität der Farbfläche selber; denn die Farbschichten unterliegen einer mehr oder weniger arbeits- und konsistenzbedingten Unregelmäßigkeit ihrer Stärke, so [...] weiterlesen: Mewes 2003

Dr. Ulrike Schick: Katalogtext zum Hubertus-Wald-Stipendium Hamburg 2000 (Ausschnitt)

Augenscheinliche hermetische Dichte und kalte Undurchdringlichkeit öffnen sich, geben die nun fast als spielerisch erkannte Wahrheit preis. Die Oberfläche wird zum Echo dessen, was einst im Grund verborgen schien. Farben als Vorbereitung, als Steigerung und Ergänzung der endgÜltigen Erscheinung. Zeit, die Entstehung als Prozess wird sichtbar. Farbe als raumschaffendes Moment, in einen Raum wachsendes, sich breitmachendes Material erlangt Form, vor allem Inhalt. Ebenen werden lesbar, so erkennbar, lassen die gegenseitige Beeinflussung spÜren. Die Präsenz von einem Ton wird relativiert. Wie wahr ist unser Sehen? Wie stark nimmt die Vergangenheit als Vorwesen [...] weiterlesen: Schick 2000

Prof. B. J. Blume: Katalogtext zu "Problem Malerei", Kunstverein Gütersloh 2000 (kuratiert v. B.J. Blume)

Kintz konfrontiert uns durch seine Malerei mit ihrer fundamentalen Konstitution. Sowohl Über die Arbeit als auch im schriftlichen Komentar Malerei-System leistet er eine generelle Definition dessen, was ein Bild ist: „Farbe und Farbmaterial sind alleiniger Gegenstand des Bildes...“ Damit stellt er sich methodisch und ästhetisch zugleich in die große, radikalreduktionistische Tradition der konkreten Malerei ohne allerdings ihrer ideoplatonischen Hypostasierung zu verfallen. Davor schÜtzt ihn sein variables Präsentationskonzept. [...] weiterlesen: Blume 2000

Dr. Ulrike Schick: Rede zu "Foyer für junge Kunst", Vereins- und Westbank, Hamburg-Harburg

Farbe ist Programm und Inhalt der Arbeit Kintz. Mit einem Rakel zieht Kintz das zähfließende Malmaterial Über die Leinwand. Schicht um Schicht entsteht die sichtbare Farbe, Farbe um Farbe wiederum wird Übermalt, verändert durch räumliche und tonige Tiefe das letzliche Erscheinungsbild. Die Farbe, die Sie sehen, ist nicht rein, nicht monochrom in ihrer Dichte. Sie schwillt aus dem Grund in andere Töne. Kintz lässt die Farbe pur, wÜnscht keine wolkigen Verdichtungen, die Räumlichkeit illosionieren. Hier ist er spröde, radikal und unprätentiös. Ganz in ihrer Kraft [...] weiterlesen: Schick 1999

Dr. Gerwig Epkes aus: S2 Kultur 1997 (Rundfunksendung)

Kintz lässt seine klein- und großformatigen monochromen Farbtafeln verblüffend einfach, jedoch deshalb umso wirkungsvoller miteinander in Kontakt treten, so daß monochrom und Farbreichtum keinen Gegensatz mehr bilden. ...eigenartige Farben. ein Blau-Grau-Lila, ein stumpfes Schwarz, ein ekliges, helles Braun. [...] weiterlesen: Epkes 1997